Die Identität des Landes zwischen Fläming und Havel wird primär durch sein komplexes Netz aus Fließgewässern bestimmt. Es ist eine Landschaft, die ihre Existenz und ihren Namen direkt der Dynamik zweier Flüsse verdankt: der Nuthe und der Nieplitz. Um die geografische Signatur dieses Raumes zu verstehen, muss man den Spuren des Wassers von den Höhenzügen des Flämings bis hin zur Mündung in die Havel folgen.
Die Nuthe: Lebensader aus dem Fläming
Die Nuthe ist nicht irgendein Fluss – sie gilt als der wasserreichste aller Flämingflüsse. Ihr Ursprung liegt eingebettet in einer sanften Hügellandschaft zwischen dem Niederem und dem Hohen Fläming. Nahe dem Ort Dennewitz entspringt sie und beginnt von dort aus ihren stetigen Lauf, der für die Region seit jeher sowohl als Transportweg als auch als Siedlungsachse fungierte.
In ihrem Ober- und Mittellauf fungiert die Nuthe als eine prägende Verbindungslinie. Auf ihrem Weg in nördlicher Richtung verknüpft sie bedeutende regionale Zentren miteinander:
Die heutige Morphologie des Nuthe-Nieplitz-Dreiecks ist kein Zufallsprodukt der Erosion, sondern das Ergebnis eines gewaltigen, jahrtausendelangen Bildhauerprozesses durch das Inlandeis. Um die Beschaffenheit des Bodens, auf dem Blankensee heute ruht, zu verstehen, muss man den Blick weit zurück in das Pleistozän richten.
Die Weichselkaltzeit und das Brandenburger Stadium
Die entscheidende Phase für die Formung dieses Landstrichs war die letzte große Vereisung des norddeutschen Raumes während der Weichselkaltzeit. Vor etwa 20.000 Jahren erreichte das Eis in seinem sogenannten Brandenburger Stadium seine größte südliche Ausdehnung. In dieser Epoche schob sich die gewaltige Front des Inlandeises bis zu einer Linie vor, die wir heute geografisch durch die Städte Luckenwalde, Beelitz und Brandenburg markieren können. Alles nördlich dieser Linie war unter einer massiven Eislast begraben, deren Dynamik den Untergrund grundlegend transformierte.
Der „Schiebeschild-Effekt“: Entstehung der Höhenzüge
Das Inlandeis war keine statische Masse, sondern ein dynamisches System. Bei seinem Vorrücken wirkten die Eismassen ähnlich einem gigantischen Schiebeschild. Sie stauchten den anstehenden Untergrund auf oder schoben enorme Erdmassen vor sich her.
Die heutige Gestalt des Nuthe-Nieplitz-Dreiecks besticht durch eine außergewöhnliche Vielfalt, die aus dem Zusammenspiel von eiszeitlich geformten Höhenzügen und wasserreichen Niederungen resultiert. Diese Landschaft bildet in Gemeinschaft mit den Ausläufern der Zauche und des Teltows ein Gebiet von besonderem landschaftlichem Reiz, das Eigenheiten aufweist, die in dieser Form nur hier zu finden sind.
Die „Perlenkette“ der Niederung
Ein prägendes Element der heutigen Landschaft ist die Seenkette, welche die Vielfalt der Region maßgeblich erhöht. Zu dieser Kette gehören der Blankensee, der Grössinsee, der Schiaßer See sowie das etwas abseits gelegene Seechen.
Das Nuthe-Nieplitz-Dreieck ist nicht nur eine faszinierende Naturlandschaft, sondern auch ein bedeutendes Archiv für die Menschheitsgeschichte. Insbesondere die weitere Umgebung des Dorfes Blankensee hat sich über Jahrzehnte als ein wertvolles Forschungsobjekt für Archäologen, Geschichtswissenschaftler und Heimatforscher erwiesen.
Die Pioniere der Forschung
Dass wir heute ein so klares Bild der Vergangenheit zeichnen können, verdanken wir namhaften Wissenschaftlern, die den Boden der Region systematisch untersuchten:
Der Übergang vom Mesolithikum zum Neolithikum (Jüngere Steinzeit, ca. 4500 – 2000 v.d.Z.) markiert einen der tiefgreifendsten Einschnitte in der Geschichte des Nuthe-Nieplitz-Dreiecks. Während die Menschen zuvor als nomadische Jäger und Sammler umherzogen, entwickelten sie nun Lebensformen, die auf dauerhafter Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht basierten.
Klimatische Gunst und Siedlungsexpansion
Dieser kulturelle Wandel wurde maßgeblich durch klimatische Veränderungen begünstigt. Das Klima in der märkischen Heimat wurde spürbar wärmer, was weitreichende Folgen für die Hydrologie der Region hatte.
Mit dem Ende der Jungsteinzeit vollzog sich ein schleichender, aber unaufhaltsamer Wandel in der Werkstoffkunde des Nuthe-Nieplitz-Dreiecks: Die Bronzezeit begann. Doch der Übergang war kein abrupter Bruch; die bodenständige Bevölkerung nutzte ihre bewährten Steingeräte noch über einen langen Zeitraum parallel zu den neuen Metallen.
Die Lausitzer Kultur und regionale Keramikstile
Um 1400 v. d. Z. entwickelte sich, vermutlich ausgehend von der Lausitz, eine neue kulturelle Strömung, die in der jüngeren Bronzezeit auch das Nuthe-Nieplitz-Gebiet erreichte.
Nachdem die Region infolge der Völkerwanderung für nahezu drei Jahrhunderte in ein historisches Schweigen gehüllt war, bot das entstandene Bevölkerungsvakuum ab dem 8. Jahrhundert Raum für neue Völkerschaften. Es begann die Landnahme durch slawische Stämme, die das Nuthe-Nieplitz-Dreieck nachhaltig prägen sollten.
Die Ankunft der Heveller
Volksstämme der Polaben (Elbslawen) rückten in den siedlungsleeren Raum vor, in dem sie auf keinerlei Widerstand stießen. Da die ältesten slawischen Bodenfunde in Brandenburg auf die Wende vom 7. zum 8. Jahrhundert datiert werden, ist anzunehmen, dass spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts die ersten festen Ansiedlungen im Nuthe-Nieplitz-Dreieck entstanden.
Die Menschen, die sich hier niederließen, nannten sich Heveller (Havelländer). Ihr Siedlungsbereich war Teil des Gaus Ploni – benannt nach dem Flüsschen Plane –, zu dem neben der Zauche und dem Gebiet bis Luckenwalde auch die strategisch wichtigen Anlagen beiderseits der Nuthe und Nieplitz gehörten.
Strategische Siedlungswahl
Die slawischen Siedler bewiesen ein tiefes Verständnis für die Hydrologie der Region. Sie mieden zunächst die Hochflächen fast gänzlich und konzentrierten sich auf die wasserreichen Niederungen.
Blankenseer Dorfgemeinschaft e.V.
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